Konzert 2016





Fotos: Heidi Fößel


Bericht von Axel Reibel BZ

NEURIED-ICHENHEIM. "Hey, das ist Musik für mich" – das war das Motto, unter das der Männergesangverein Harmonie Ichenheim sein Herbstkonzert gestellt hatte. Die Auswahl der Lieder von Chorleiter Thomas Lusch passte hervorragend.

Von heiter bis besinnlich, von Schlager bis Musical, es war alles geboten an diesem Abend, an dem die Musik im Vordergrund stand. Dies bewies auch die Tatsache, dass während des Konzerts nicht bewirtet wurde und nach den Liedvorträgen die Kinobestuhlung in Windeseile und sehr gut organisiert in gemütliche Sitzreihen an Tischen umgebaut wurde. Den rund 400 Zuhörern machte das nichts aus, geduldig harrten sie die wenigen Minuten des Umbaus aus, bevor sie zum Essen an den Tischen Platz nehmen konnten. Simone Kieper moderierte sparsam den gelungenen Abend und schaffte es, die Pausen zwischen den drei Blöcken nicht allzu lang werden zu lassen.

Den Einstand machte der MGV Harmonie: Getreu dem Motto wurde der Song "Hey, das ist Musik für mich" , der 1969/1970 im Vorentscheid zum Grand Prix Eurovision stand, als erstes dargeboten. Gefolgt von Udo Jürgens "Ihr von Morgen" und Peter Maffays "Über sieben Brücken musst Du geh’n" spannte sich der musikalische Bogen zum sozialkritischen "Die Straßen unserer Stadt", im Original von Ralph McTell aus seiner Zeit als wandernder Straßenmusikant, und einem Lied von Ralph Siegel: "Lieder sind die besten Freunde".

Der Gastchor aus Leutesheim kam mit dem Projektchor


Der Verein durfte am Ende des Abends nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen. Matthias Berg begleitete alle Lieder des Abends auf dem Klavier.

Die Solistin Antje Tomaschke-Weschle (Sopran) meisterte zwischen den Chorvorträgen ihre Stücke souverän, unter anderem "The Power of Love" von Jennifer Rush oder Peter Maffays "Ich wollte nie erwachsen sein".

Der gemischte Gastchor aus Leutesheim hatte seine Darbietungen gelungen mit dem MGV abgestimmt und brachte mit "Champs-Elyssées" internationales Flair in die Halle. Schließlich wurde der Chor umgestellt. Sänger verließen die Bühne, andere kamen dazu. Des Rätsels Lösung: Chorleiterin Nelli Weinberger und Vorstand Hillu Ziegler hatten aus "Litze" den Projektchor mitgebracht, der mit Nenas "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" auf der Neuen Deutsche Welle unterwegs war. Ohne Zugabe durfte der Gastchor die Bühne nicht verlassen.

Der Vorsitzende Jürgen Reichenbach hatte sich den gemütlichen Teil des Abends hart erarbeitet. Er war Zeremonienmeister, Sänger und Bühnenordner. In unaufgeregter Weise wurden von ihm während der Umgruppierungen der Sänger Mikrofon- und Notenständer auf- und abgebaut, Mikros ausgehändigt und zurückgenommen, ja sogar das Ein- und Ausschalten der Mikrofone übernahm er. Meistens zumindest. Seine Interaktion mit dem Publikum während dieser Tätigkeiten hatte manchen Lacher und manchen berechtigten Applaus zur Folge.



Foto: Heidi Fößel



Foto: Stefanie Müller

Bericht: Christina Bohnert-Seidel
Ein Fest des beschwingten Gesangs haben die Freunde herausragender Chormusik am Samstagabend beim Herbstkonzert des Männergesangvereins Ichenheim erlebt. Im Zentrum des Abends standen Hits der 1970er- und 80er-Jahre.

Ichenheim. Dass dieser mit jedem Konzert sich immer wieder einen neuen Höhepunkt setzt, ist hinlänglich bekannt. Das mag auch der Grund gewesen sein, dass im Ichenheimer Festjahr so viele Menschen zum Konzert geströmt sind.


In den Mittelpunkt rückten die Männer unter der Leitung von Thomas Lusch die Musik der 1970er- und 80er-Jahre. "Hey, da ist Musik drin",lautete nicht nur der Eröffnungssong, er war auch das Motto des Abends. Im Konzertabend war nicht nur Musik, sondern auch ganz viel Gefühl enthalten. Mit dem Sängerbund Leutesheim unter der Leitung von Nelli Weinberger verbindet die Ichenheimer eine enge Freundschaft. Die Frische und Aktualität der Lieder des Sängerbunds begeisterten und ließen die Gäste rhythmisch klatschen und mehr oder weniger leise mitsingen.

Projektchor aus Leutesheim als Gast

Die Gäste erlebten ein Fest des Chorgesangs, das die Menschen aus ihrem Alltag herausgeholt und mit Liedern und Texten in die jüngere Vergangenheit zurückversetzte. "Ein Hoch auf uns", sang der gemischte Leutesheimer Projekt-Chor in Erinnerung an die Weltmeisterschaft und die Chöre und Solisten durften sich wirklich feiern lassen.

Dazu zählte auch die Mezzosopranistin Antje Tomaschke-Weschle, die mit hingebungsvoller Stimme den kleinen Drachen Tabaluga gemeinsam mit Tenor Klaus Link zum Leben erweckte. Wundervoll die Darbietungen. Aber Tomaschke-Weschle begeisterte auch schon zuvor mit "The Power of Love", einem Ohrwurm aus den 1980er-Jahren von Jennifer Rush. Natürlich durfte auch Whitney Houston nicht fehlen. Die Interpretation von Tomaschke-Weschle von "One Moment in Time" sorgte im Publikum für gesangliches Echo.

Dieser Konzertabend berührte die Gäste und machte Lust auf Chorgesang. Ganz so, als ob es ein Schweben und Leben "Über den Wolken" geben mag, wie der MGV mit dem Lied von Reinhard Mey zu vermitteln vermochte. Aber auch dies war noch nicht das Ende der geballten Sangesfreude. Der Chor zentrierte zum Schluss noch mal die Musik. "Lass die Sonne in dein Herz", das Lied aus der Feder von Ralph Siegel durfte sich ganz klar auch auf die Musik beziehen.

Unter dem Jubel des Publikums setzten sich die Lieder wie eigens gefeierte Aufführungen ohne Pause fort. Dieses Konzert wollte keine Unterbrechung, sondern den absoluten Gleichklang von Gesang und einem begeisterten Publikum, das sich auf wundersame Weise mitreißen und berühren ließ.